Hüttenlager 2019 - Das Tagebuch, jeden Abend checken wie der Tag im Lager war.


TAG 1

 

Nach 12 Monaten angestrengtem Warten und Aushalten ist es endlich soweit. Nachdem wir Leiter uns bereits die letzten Tage und Wochen damit beschäftigt haben, wie wir den Kindern die zwölf schönsten Tage des Jahres bescheren können, hieß es am vergangenen Sonntag für alle „Ab in den Bus, DAS TOTAL VERRÜCKTE LAGER 2019 beginnt!“.

 

Und nach einer fünfstündigen Fahrt erreichen wir unser Ziel für die nächsten zwei Wochen: Rödenthal bei Coburg. Nachdem die Zimmer bezogen, erste Kontakte geknüpft und allerhöchstens zum 37. Mal „Happy Birthday“ für Franziska gesungen wurden, durften wir uns von den Kochkünsten unserer zwei ehemaligen Oberminis Giulia und Marius überzeugen, die sich dankenswerter Weise dazu bereit erklärt haben, uns über die Zeit unserer Ferien zu verköstigen. Und liebe Eltern, so viel lässt sich sagen: Ihr müsst euch keine Sorgen machen, verhungern werden wir über die Zeit hier nicht ;) Und die Freude auf die kommenden Tage steigt immer mehr!

 


TAG 2

 

 

 

Endlich Sommer! Oder vielleicht doch lieber warm einpacken? Der erste Tag des Lagers beginnt bereits sehr verrückt. Denn im SWINTER ist niemals klar, wann der nächste Schneesturm einbricht oder wir von der erneuten Hitzewelle überrannt werden. Nach einem ersten Focus, bei dem wir uns damit beschäftigt haben, wie es sich anfühlt auf einen unserer fünf Sinne verzichten zu müssen, durften wir das Mittagessen auf eine ganz besondere Art und Weise erleben – nämlich blind! Beim so genannten „Dinner in the dark“ konnten wir nichts sehen und waren somit dazu gezwungen, das Essen ganz intensiv wahr zu nehmen, was eine wirklich tolle und neue Erfahrung für uns alle war. Und überraschend durften wir feststellen, dass das erstaunlich gut funktioniert hat. Im Anschluss daran begaben wir uns das erste Mal auf unseren Weg in das diesjährige Waldgebiet, das wir nach einem kleinen Anstieg erreichten. In zwei Gruppen spielten wir „Stratego“, ein Spiel bei dem jedes Kind in die Rolle eines unterschiedlich starken Charakters schlüpft, und im Team versuchen muss, den „König“ der jeweils anderen Mannschaft zu finden. Nach einem ausgiebigen ersten Actionspiel und einem hervorragenden Abendessen ging es für die Minis anschließend zu einer Partie Reallife Siedler, bei dem ein wichtiges neues Mitglied in unsere Gemeinschaft aufgenommen wurde, das uns nun das ganze Lager über begleiten soll: NILS! . Mit dieser frohen Neuigkeit konnte der erste richtige Lagertag gut zu Ende gehen.

 


TAG 3

 

Ich glaub ich seh´ doppelt! Was ist denn hier los? Wurde da gestern vielleicht ein wenig über den Durst getrunken? Aber mit Nichten! Was im total verrückten Lager natürlich auf keinen Fall fehlen kann ist der Zwillingstag, der uns direkt nach dem Aufstehen vor eine Herausforderung stellt: Frühstücken, während man zu zweit wie siamesische Zwillinge miteinander verbunden ist. Dieses Handicap durfte zum nächsten Spiel glücklicherweise wieder aufgegeben werden, denn nun schlüpfen die Kinder in die Rolle von Privatdetektiven, um ein schreckliches Verbrechen aufzuklären: Die wertvollen Kolibris des Mafia-Boss wurden entführt, und keine Spur von ihnen. Weder der verantwortliche Zoowärter noch der Tierarzt haben die Tiere gesehen. Wer könnte dem Mafia-Boss das nur angetan haben? War es sein eigener Sohn in Zusammenarbeit mit seiner Freundin? Oder vielleicht die Hausgäste, die sich auf seinem Anliegen tummeln? Oder war es vielleicht doch die Anwältin des Bosses, mit der er außerdem eine Beziehung führt? Nach einer ausgiebigen Befragung aller Beteiligten konnte der Fall gelöst und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden - was ein Glück! Nach einem leckeren Mittagessen begeben wir uns wieder auf den Weg in unser Waldgebiet, um uns dem nächsten Actionspiel zu widmen: Numbers. Ausgepowert verlegen wir den nächsten Programmpunkt nach dem Abendessen aus Wettergründen in den Speißesaal. „Wetten, dass…“ wir dabei eine Menge Spaß hatten? ;)

 

 

 


TAG 4

 

Fröhliche Weihnachten, Hohoho! Auf wundersame Weise hat sich der heilige Abend in diesem Jahr in den Sommer verschoben und so durften wir am 4. Lagertag die Geburt des Christuskind feiern. In Besinnlicher Stimmung begeben wir uns nach dem Frühstück zum gemeinsamen Fußballturnier, von dem schnell auch die Fußballmuffel begeistert waren. Nach vielen spannenden Matches konnte die Siegermannschaft des Turniers ermittelt und gebührend gefeiert werden. Dem Mittagessen folgte ein weiteres kleines Highlight. Abgesehen von der Geburt des Jesuskindes durften wir an diesem Tag auf den Geburstag unseres Gruppenkindes Naomi feiern und sie mit einem extra für sie geschmückten Speißesaal und Kaffee und Kuchen überraschen. Nach diesem gemütlichen Zusammensitzen widmen wir uns im Anschluss mit einem Focus den „Spuren Jesu“ und dürfen selbst Spuren hinterlassen. Und in weihnachtlicher Stimmung konzentrieren wir uns am Abend auf DAS Ministrantenspiel: Die Hausralley, bei der groß und klein, Gruppenkinder und -leiter mit voller Motivation dabei sind. Sobald alle weihnachtlichen Begriffe rund ums Haus gefunden und alle Aufgaben bewältigt wurde, heißt es mal wieder „Gute Nacht, liebe Gruppenkinder“, und die Beleuchtung des Weihnachtsbaums erlischt.

 

 


TAG 5 

 

 

Die Affen sind los! Und was macht der wilde Pandabär in unserem Lagerhaus; der von einem Hühnchen verfolgt wird? Unser Lager hat sich am Tag vom Weihnachtsbazar in einen Zoo verwandelt, bei dem alle Tiere außer Rand und Band sind und Zoowärter und -besucher richtig auf Trapp halten. Der Dreck, den die wild gewordene Meute hierbei hinterlassen hat  muss dringend beseitigt werden, und so widmen wir uns im Anschluss erst einmal der Sauberkeit unseres Hauses und bringen es mit einem kleinen Zwischenputz zum Glänzen. Dann sind die Gruppenkinder gefragt: Die Vorbereitung des nächsten Programmpunkts wird voll und ganz in die Verantwortung der ältesten Gruppenkinder gelegt. Es ist Zeit für den Postenlauf der Leiter, bei dem die Gruppenkinder mit verschiedenen Aufgaben an Stationen auf die Leitergruppen warten, die versuchen, sich gegenseitig mit dem Punktesammeln zu übertreffen. Nach diesem kleinen internen Leiterrundenkampf, bei dem alle Kräfte bis auf den Grund aufgebraucht wurden, freut sich die gesamte Gemeinschaft auf ein leckeres verspätetes Abendessen und ein gemeinsames Besinnen beim täglichen Abendimpuls. Die Freude ist groß, dass sich unsere Gemeinschaft um drei weitere Minis erweitert hat und zwei ehemaligen Ministranten uns mit ihrem Besuch überraschen. Mit der glücklichen Aussicht, auf einen noch vielversprechenderen Fortgang der zweiten Lagerwoche.

 

 

 

Die Dunkelheit liegt über dem Lagerhaus im Rödenthal. Nichts ist zu hören, alles schläft. Alles? Oh nein, die gesamte Leiterrunde begibt sich von den Schatten der Nacht gedeckt in die tiefen des Waldes. Gut zwischen Sträuchern, Bäumen und Hecken verborgen werden die Positionen eingenommen und dann heißt es warten. Warten, auf die Gruppenkinder, die überraschend aus dem Schlaf gerissen werden. Es ist Zeit für den Geisterlauf, eine wichtige Tradition unserer Ferienlager, bei dem die Kinder bei Nacht den von leuchtenden Knicklichtern gesäumten Weg in kleinen Gruppen durchlaufen. Nach einer schaurigen Geschichte werden die Kinder so nach und nach in die Dunkelheit entlassen und unterwegs immer wieder von den Leitern überrascht, die im Verborgenen lauern. Und in diesem Jahr durfte diese lang etablierte Tradition eine besondere Premiere feiern. Das Lager 2019 ist eindeutig das Jahr der mutigen Gruppenkinder, denn zum ersten Mal  gibt es kein einziges Kind, das nicht von der ersten bis zur letzten Station gelaufen ist, und das ist eine Leistung, auf die wir alle sehr stolz sein dürfen!